Also gehöre ich zu den “guten Menschen” - denn Musik war schon immer meine Leidenschaft.

Als kleiner Junge hörte ich neben allerlei volkstümlicher Musik und Schlagern, im Radio einmal die Ouvertüre zu der Operette “Dichter und Bauer” von Franz v. Suppé. - War es der Name, der mich faszinierte - oder doch das Musikstück, was ich vermute, denn als das Stück nach langer Zeit wieder einmal im Radio gespielt wurde, habe ich nach den ersten Takten sofort diese Ouvertüre wiedererkannt und zu meiner Mutter gesagt: “Das ist Dichter und Bauer”  - die es zunächst nicht glauben wollte, aber durch den Radio-Sprecher wurde am Ende des Stückes meine Aussage bestätigt.

Von da an war ich in der Familie der “Musikexperte” - und mächtig im Ansehen von Oma und Opa sowie Onkeln und Tanten gestiegen. Da ich als Knabe auch eine schöne Singstimme hatte, musste ich oft der Verwandtschaft etwas vorsingen - was ich aber gar nicht so gut fand. Schon sehr früh kam ich deshalb in den Stimmbruch (!!!) und mit der Singerei war es vorbei.

Aber natürlich habe ich weiterhin noch gesungen, nur nicht mehr auf Komando vor der Verwandtschaft. Auch heute tue ich es noch. Dank moderner Technik für die Allgemeinheit auch einigermaßen erträglich.

In der “Rock´n Roll - Zeit” wollte ich mich natürlich selber musikalisch betätigen. Kaufte mir eine Gitarre - und “klammpfte” drauf los. Als Autodidakt war ich jedoch bald am Ende meiner Kunst. Die paar Griffe, die ich mir aus “Grifftabellen” angeeignet hatte, befriedigten mich auf Dauer nicht. Ich nahm deshalb Gitarrenunterricht bei der Musikpädagogin Liesel Haberkorn, die Harfenistin am Goethe-Theater in Bremen war.

Oh, war das langweilig. Stundenlanges Tonleitern üben . . . in den verschiedensten Tonlagen - und das für 16,00 DM die Stunde. Das konnte ich mir bei meiner kleinen Ausbildungsbeihilfe nicht lange leisten. Nach sechs Monaten hörte ich deshalb auf - zumal ich auch gerade meine erste Freundin kennengelernt hatte. - Der habe ich dann meine selbstkomponierten Sonaten vorgespielt und gesungen.

Dann entdeckte ich meine Vorliebe für Jazz und Skiffle-Musik. Blasinstrumente waren zwar nicht mein Ding, aber das Banjo weckte mein Interresse. Natürlich legte ich mir eins zu . . .

Ein Schlagzeug musste auch her. Ein Freund von mir, der in einer Amateurband Drummer war, hatte sein altes günstig abzugeben. Ein “Sonor-Imperial”. Mein Jugendzimmer war von Musikinstrumenten bald vollgestellt, kam doch noch eine Hohner “Symphonik” dazu, mein erstes Keyboard. Das gleiche Instrument wurde auch von Günther Saalbach gespielt, als er kurzzeitig bei den “Yankees” war. (Günther oder “Frankie” waren es auch, die mir den Spitznamen “Fulgor” verpassten, weil ich bei einem Faschingsball im “Club 99” in einem Kostüm auftauchte, welches bei Berührung jedem einen elektrischen Schlag versetzte.)

 - Meine Nachbarn waren natürlich nicht besonders gut auf mich zu sprechen . . . “Musik wird als störend oft empfunden, dieweil sie mit Geräusch verbunden” - was lag also näher, als sich nach einer Räumlichkeit umzuschauen, in der ungestört geübt werden konnte.

Beim Liegenschaftsamt wurde ich fündig. In einem Bunker in der Ellernstraße in Bremen-Hemelingen konnte ich mit Freunden einen Raum anmieten, in dem wir ungestört üben konnten. Da damals die “Tonbandelei” ebenfalls ein Hobby von mir war, wurde dieser Raum gleichzeitig als Tonstudio ausgebaut - mit Trennwand und allem Schnickschnack

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ITAAC-Tonstudio-Grundsteinlegung unter Anleitung eines Maurermeisters.

Mauer mit “Durchblick”

Rohbau

Aufnahme mit “Chefsprecher” Uwe. Der Tisch bestand aus gelochter Spanplatte mit “rot-” und “grün”-Lichtern.

Studio-Einrichtung mit der “Schießbude”, die ich damals bearbeitete.  “Eierpappen” an den Wänden sorgten für einen schalltoten Raum.

Blick vom Aufnahmeraum ins Studio

...und dann kamen die Mädchen . . . auch in meinem Leben wurden sie immer wichtiger - Also war bald keine Zeit mehr für ein weiteres, zeitintensives Hobby.

Doch der Musik blieb ich treu. Ja, machte aus dem Hobby zeitweise einen Nebenberuf. So war ich 4 Jahre in einer namhaften Bremer Discothek Discjokey, der nach der Arbeitszeit tagtäglich Platten auflegte und die Gäste unterhielt - bis eine Familiengründung keine Zeit mehr für diese Tätigkeit ließ.

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Auch heute noch “tingel” ich manchmal durch die Gegend und spiele auf meinem  Keyboard bei Kinder- Vereins- und Privatfesten - und auf Empfängen -  als “Jozibo” oder als “10-Fingers Footwarmer Dixieband”

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mein Studio

 

oder beim Fasching im Verein - als “Darmol-Männchen” kostümiert.

Wo Musik ist, lass´ dich ruhig nieder. Böse Menschen haben keine Lieder

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